Sehr geehrte Damen und Herren,

damit sich ein neu angelegter Rasen innerhalb kurzer Zeit zu einer ansehnlichen Grünfläche entwickelt, ist nach DIN 18917 die Fertigstellungspflege erforderlich. Nach der Rasenansaat werden die Arbeiten der Fertigstellungspflege grundsätzlich von Ihrem Landschaftsgärtner ausgeführt. Falls Sie aber auf eine Fertigstellungspflege verzichtet haben und diese Arbeiten selbst durchführen wollen, möchten wir Ihnen hiermit einige nützliche Tipps geben, damit sich Ihr Rasen möglichst schnell entwickelt und Sie ihn auch entsprechend nutzen können. Denn besonders in den ersten Wochen gemachte Fehler würden sich langfristig auf Ihren Rasen auswirken. Vorab sei darauf hingewiesen, dass ungünstige Wachstumsbedingungen Ihren Rasen erheblich beeinträchtigen und falsches Wässern oder nicht fachgerechte Düngung zu Wachstumsstörungen, Vermoosung oder gar zum Totalausfall des Rasens führen können. Wir bitten Sie deshalb im eigenen Interesse, bei den durchzuführenden Arbeiten die erforderliche Sorgfalt walten zu lassen und nachfolgende Pflegehinweise entsprechend zu beachten:

WÄSSERN

Sobald das Saatgut ausgebracht ist, darf dieses keinesfalls austrocknen. An einem sonnigen, warmen Tag würden im Extremfall wenige Stunden Trockenheit das Aus für das Saatgut bedeuten, wenn es zuvor einmal durchfeuchtet war. Bis zur Keimung, je nach Witterung und Rasenart dauert dies ca. 14 – 21 Tage, muss die Vegetationsfläche feucht gehalten werden. Am besten wirkt hier ein Viereckregner. Mit dem Erscheinen eines ersten grünen Schimmers sind die gegebenen Wassermengen zu erhöhen, kurze Regenschauer sind für ein ausreichendes Verwurzeln der Rasenpflanzen keinesfalls genug. Je nach Witterungsverlauf (an einem Sommertag verdunsten bis zu 3 l / m2) sollten wöchentlich etwa vier Gaben von 5 l / m2 vorgesehen werden. Ermittelt werden kann die ausgebrachte Wassermenge durch einen Regenmesser oder eine Wasseruhr, die im Fachhandel erworben werden können. Grundsätzlich gilt, dass sich auf der Fläche keine Pfützen bilden dürfen, die Fläche muss noch begehbar bleiben.

Auch wenn der neue Rasen bereits eine gleichmäßige Grünfläche darstellt, ist anfangs auf eine gleichbleibende, tiefgründige Bodenfeuchte zu achten. Die notwendige Feuchte erreichen Sie, indem Sie die Fläche nur noch ein- bis zweimal pro Woche mit einer Wassermenge von etwa 10 l / m2 beregnen. Bitte beachten Sie, dass besonders im Regenschatten von Gebäuden oder großen Gehölzen intensives Beregnen notwendig ist. Etwa vier Wochen nach dem Keimen des Saatgutes sind die Wurzeln ausreichend tief mit der Vegetationstragschicht verwachsen, sodass Sie das Wässern reduzieren können. Bei trockenem und heißem Wetter sollten Sie Ihren neuen Rasen weiterhin ausreichend feucht halten. Besser seltener, dafür durchdringend gießen. Das Wasser sollte dabei ca. 10 – 15 cm in den Boden eingedrungen sein (Spatenprobe).

RASENSCHNITT

Schneiden Sie Ihren Rasen während der Vegetationszeit regelmäßig! Der erste Schnitt sollte bei einer Wuchshöhe von ca. 6 – 8 cm erfolgen. Danach sollten Sie die Fläche mindestens wöchentlich auf eine Länge von ca. 4 cm (im Schatten nicht unter 5 cm) schneiden. Je häufiger Sie mähen, umso dichter wird Ihr Rasen, es bildet sich eine feste Grasnarbe. Die Schnittintervalle können auf keinen Fall durch tieferes Mähen der Halme verlängert werden, da einige Gräser bei einer geringeren Schnitttiefe dauerhaft geschädigt werden. Achten Sie auf scharfe Messer Ihres Mähers und rechen Sie das Schnittgut sorgfältig ab. Die seit einiger Zeit im Handel erhältlichen Mulchmäher sind für einen Zierrasen nur bedingt geeignet, da durch das nicht entfernte Schnittgut die Grasnarbe wesentlich schneller verfilzt. DünGEn Nach dem ersten Schnitt düngen Sie mit einem schnell wirkenden mineralischen Stickstoffdünger (20 – 30 g / m2 entspricht 5 g Rein-Stickstoff / m2). Später sollten Sie in der Zeit von April bis Mitte September Ihren Rasen in regelmäßigen Abständen düngen. Am besten eignet sich hierzu ein handelsüblicher Rasenlangzeitdünger. Beachten Sie in jedem Fall die Düngeempfehlung des Herstellers! (Faustregel: Während der Vegetationsperiode ca. alle 6 – 8 Wochen mit Rasenlangzeitdünger.) Bringen Sie die berechnete Düngermenge in zwei Arbeitsschritten kreuzweise, am besten mit einem Düngewagen, aus. Ungleichmäßiges Düngen führt zu ungleichmäßigem Wachstum und unterschiedlicher Färbung der Rasengräser. Unerwünschter Aufwuchs, der die Entwicklung des Rasens behindert, auszusamen droht oder das gewünschte Begrünungsziel beeinträchtigt, muss im Regelfall mechanisch beseitigt werden. Er stammt in der Regel aus dem Boden und nicht aus dem Saatgut. Fachgerechte Düngung, die die Jugendphase des Rasens fördert, sowie ausreichende Beregnung kann helfen, unerwünschten Aufwuchs einzudämmen. Durch regelmäßigen Schnitt verschwinden die meisten unerwünschten Arten von alleine.

VERTIKUTIEREN UND AERIFIZIEREN

Auch wenn der Rasen regelmäßig gemäht und das Schnittgut sorgfältig abgetragen wird, kommt es im Laufe der Zeit zum Verfilzen der Grasnarbe. Um den Rasenfilz zu entfernen, sollte Ihr Rasen im zeitigen Frühjahr vor der ersten Düngung vertikutiert werden. Der Vertikutierer wird dabei bis zur Bodenoberfläche eingestellt, um breitblättrige Wildkräuter, Moos und horizontale Ausläufer der Gräser zu entfernen. Damit nach dem Vertikutieren eine Verdichtung der gelockerten Oberfläche vermieden wird, ist die gesamte Rasenfläche zu besanden. Bei tiefer gehenden Verdichtungen sollte zusätzlich mit einem Aerifiziergerät gearbeitet werden, das eine bessere Durchlüftung und Wasserführung im Boden ermöglicht. Diese Arbeiten sollten von Ihrem Landschaftsgärtner ausgeführt werden. Sollten Sie dennoch trotz sorgfältiger Pflege Probleme mit Ihrem Rasen bekommen oder weitere Fragen zur Pflege haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden. Ihr Experte für Garten & Landschaft Eva Litzius Garten- und Landschaftsbau GmbH berät Sie
gerne.